Die fünfköpfige Jury wählte aus einer Vielzahl an eingesandten Texten aus den Bereichen Prosa und Essayistik den diesjährigen Preisträger aus. Die feierliche Preisverleihung findet im Rahmen der Uwe-Johnson-Tage am Freitag, dem 18. September 2026, in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern in Berlin statt.
Aus der Begründung der Jury:
»Ingo Schulze führt mit seinem Roman in eine Region, die für Uwe Johnson und sein Werk von entscheidender Bedeutung sind, es ist dies die ›dicht umwaldete Seenplatte Mecklenburgs‹, und es sind Städte wie Güstrow oder Neubrandenburg, die den Hintergrund nicht nur für sein vierbändiges Romanepos ›Jahrestage‹ bilden. Für das ›Was‹ und ›Wie‹ des Erzählens spielt das Erinnern – wie bei Uwe Johnson – eine zentrale Rolle. Dabei wählt Ingo Schulze eine artistische Konstruktion, denn es handelt sich um eine Erzählung in der Erzählung. Der Ich-Erzähler, der zu einer privaten Lesung ins Mecklenburgische eingeladen wird, liest aus einer autobiografisch aufgeladenen Novelle, die in das Jahr 1979 und eine Zeit führt, da die ›Demokratische Republik‹ – wie Uwe Johnson die DDR mitunter nannte – noch existiert. Auf diese Weise werden, an die Figur des Ich-Erzählers gebunden, Gegenwarts- und Vergangenheitsebene miteinander verknüpft.
Der Uwe-Johnson-Preis wird seit 1994 verliehen; zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern gehören Walter Kempowski, Jürgen Becker, Joochen Laabs, Norbert Gstrein, Uwe Tellkamp, Christa Wolf, Christoph Hein, Lutz Seiler, Jan Koneffke, Jenny Erpenbeck und Iris Wolff. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird von der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft e.V. gemeinsam mit dem Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg KdöR und GENTZ Rechtsanwälte und Notare im jährlichen Wechsel mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis vergeben, der 2025 an Kurt Tallert ging.


